Kiel ist “heiß“ auf Hansa

Sa. 15.30 Uhr: Holstein Kiel – FC Hansa Rostock

Nur noch wenige Tage, dann steigt im Kieler Holstein-Stadion die Erstrunden-Partie im DFB-Pokal zwischen den Störchen und Bundesliga-Absteiger FC Hansa Rostock. Die Verantwortlichen des Regionalligisten rechnen am Sonnabend um 15.30 Uhr zur besten Bundesliga-Anstoßzeit mit über neuntausend Zuschauern. Bis gestern Abend gingen 7000 Tickets über den Tisch. Die Kieler Fangemeinde hofft auf eine Überraschung gegen die Pagelsdorf-Elf.

„Ich freue mich sehr auf das Spiel, denn mit dem DFB-Pokal verbinde ich noch immer ganz besondere Erinnerungen“, so KSV-Kapitän Sven Boy, der 2004 mit dem damaligen Zweitligisten VfB Lübeck gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen im Halbfinale stand und nur haarscharf an einer Sensation vorbeischrammte. „Ich rechne mir für das Hansa-Spiel einiges aus, denn mit unserer Mannschaft und im heimischen Stadion müssen wir erst einmal besiegt werden“, so Boy, der schon nach der Auslosung Anfang Juli „hochzufrieden“ war mit dem attraktiven Los.

Auch Holger Hasse, der 2004 ebenfalls noch im Trikot der Lübecker im Weserstadion auflief, freut sich auf das Duell. „Man bemüht immer wieder gerne die Floskel, dass der Pokal seine eigenen Gesetzte hat“, so Hasse, der sich in der vergangenen Woche zwar noch mit Knieproblemen herumplagen musste, nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining aber felsenfest mit seinem Einsatz gegen die Pagelsdorf-Elf rechnet.

Auch Goalgetter Dmitrijus Guscinas zeigt sich vor der Partie gegen Hansa selbstbewusst. Der wiedergenesene und hochmotivierte Torjäger, der schon beim Pokal-Triumph gegen Hertha BSC Berlin im September 2002 zu den Kieler Fußball-Helden gehörte, hofft auch diesmal auf den Einzug in die 2. Runde. „Es wird ein offener Kampf und wir sind überzeugt, dass wir alle Chancen besitzen“, so der ehemalige litauische Nationalstürmer.

Die beiden Neuzugänge Hendrik Großöhmichen und Alexander Nouri wissen aus ihrer Zeit beim VfL Osnabrück nur zu gut, welche Rolle das Publikum gerade im Pokal spielen kann. „Mannschaft und unsere Anhänger müssen den Gegner gemeinsam bearbeiten“, so Großöhmichen, der gute Chancen besitzt, gegen die Hanseaten von Beginn an auf dem Feld zu stehen.

Auch wenn das Remis der Störche gegen den FC Hansa zu Beginn der Vorbereitung nicht mehr als ein Achtungserfolg war, trägt er doch sicherlich zum Optimismus im Lager der Kieler bei.

„Wir wissen, wie wir selbst höherklassige Gegner nervös machen können“, setzt Kapitän Boy auf eine gewisse Zermürbungstaktik und ist sich dabei sicher: „Hansa wird es gegen uns sicherlich nicht wagen, auf Teufel komm raus anzugreifen.“

Viele Augenpaare werden sich am Sonnabend auch auf den Rostocker Fin Bartels richten, der im Testspiel vor vier Wochen pausieren musste und sich nun auf seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte brennt. Der frischgebackenen U21-Nationalspieler zählt beim FC Hansa zu den Hoffnungsträgern im Kampf um den Wiederaufstieg.

Erstmals wird ein DFB-Pokal-Spiel der KSV Holstein live im Fernsehen übertragen. Der Pay-TV-Sender Premiere ist live auf allen 32 Plätzen der 1. Hauptrunde vertreten. Ein Novum im deutschen Fußball und eine weitere Bestätigung dafür, dass die Marke DFB-Pokal ihren Siegeszug weiter und sogar noch in gesteigerter Form fortsetzt. (Patrick Nawe)

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