Kirsten-Elf fordert die Störche

Holstein am Samstag 14.00 Uhr zu Gast bei Bayer Leverkusen II

Die Enttäuschung über das magere Remis bei der Heimpremiere gegen den Wuppertaler SV Borussia ist beim Fußball-Regionalligisten Holstein Kiel inzwischen verraucht und neuem Optimismus gewichen. Der Kontakt zur Spitzengruppe ist bereits zu Saisonbeginn hergestellt und soll am Samstag bei der Bundesliga-Reserve von Bayer Leverkusen weiter intensiviert werden. Trainer der Bayer-Elf ist kein geringerer als Ulf Kirsten, der im Sommer Ralf Minge als Chefcoach beerbt hat und nun die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortsetzen will.

„Ich habe keine Angst vor Holstein“, konstatierte Kirsten zuletzt nach der von ihm beobachteten Kieler Vorstellung in Oberhausen und sieht gute Möglichkeiten für seine Mannschaft, den ersten „Dreier“ der Saison einzufahren.

Zum dritten Mal nach 1998 und 2001 schafften die Leverkusener in diesem Sommer die Qualifikation für die Dritte Liga. Einzig und allein drinbleiben lautet die Losung der Klassenerhalt als oberstes Motto wie schon in den letzten Regionalliga-Jahren der Leverkusener.

Bayer hat seinen Kader weiter verjüngt. Mit Öztürk (Beerschot/Belgien), Domenico Cozza (TuS Koblenz), Dittrich (Union Solingen) und Schaffrath (Wuppertaler SV Bor.) gingen vier etablierte Stammspieler, von den zehn Neulingen kommen allein sieben aus der eigenen A-Jugend. Die beiden Mönchengladbacher René Schnitzler und Ali Camdali sollten sich als Führungskräfte erweisen. Probleme wird natürlich die Unerfahrenheit des Teams bereiten. Bei Standards dürfte es immer wieder einige Schwierigkeiten beim Kopfball geben, die meisten Spieler haben nicht gerade Gardemaß.

Doch die Leistungen der Bayer-Elf zum Saisonauftakt gegen Chemnitz (2:3) und vor allem in Jena (1:1) geben Grund zu der Annahme, dass die Trümpfe Begeisterungsfähigkeit und Laufbereitschaft der jungen Truppe an guten Tagen fast jedem Gegner Probleme bereiten können. Dazu kommt natürlich die sehr ordentliche technische Ausbildung vieler Talente.

Dem kann die Mannschaft von Holstein Kiel sicherlich jede Menge Erfahrung und spielerische Elemente entgegensetzen. Vor allem letztere vermissten die rund 4.300 Zuschauer gegen Wuppertal und die Kieler Anhänger hoffen darauf, dass sich die Elf baldmöglichst zu einer kompakten Einheit zusammenfinden wird. „Wir haben uns selbst gewundert, dass es noch so knirscht im Getriebe“, zeigte sich auch Abwehrrecke Jan Sandmann überrascht von den Startschwierigkeiten seiner Mannschaft. Nichtsdestotrotz, ohne Zweifel stehen die Chancen für die Störche in dieser Saison gut, denn der Durchmarsch einer Mannschaft an der Tabellenspitze ist auch in dieser Saison nicht zu erwarten. Abgesehen vom Tabellenführer Lübeck haben alle Teams, denen der Sprung in die Aufstiegsränge zugetraut wird, Startprobleme.

In Leverkusen wollen die Störche den nächsten Auswärtserfolg feiern. „Nur drei Punkte können unser Ziel sein“, betont auch Simon Henzler, den das Fachmagazin Kicker an den letzten beiden Spieltagen zum Torhüter des Tages in der Regionalliga Nord gewählt hat.

Hoffnungen setzt Holstein Kiel auf die baldige Genesung der angeschlagenen Stammkräfte Sven Boy, Thorsten Rohwer und vor allem dem US-Amerikaner Ryan Coiner, der in der Offensive der KSV zuletzt schmerzlich vermisst wurde. Zumindest bei Coiner sieht es für das Auswärtsspiel in Leverkusen gut aus hinsichtlich eines Einsatzes.

„Einige im Team müssen erst noch lernen mit dem Druck und den gehobenen Ansprüchen zurecht zu kommen“, sieht Neubarth noch einige Probleme innerhalb seiner Mannschaft. Mit einem Erfolg wäre ein erfolgreicher Start in die Saison 2005/2006 geglückt und man könnte entspannter auf die kommenden Aufgaben gegen Hertha BSC Berlin II (Sa. 12. August) sowie im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SpVgg Unterhaching blicken.

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