#AhoiAustria: Ball oder Bergdoktor – Der Klischee-Check

KSV-Geschäftsführer Sport Uwe Stöver mit einer Filmpostkarte des Bergdoktors

Typisch Österreich? Ganz klar: Sissi, Mozart, Schwarzenegger, Wintersport, Kaiserschmarrn, Sachertorte und Wiener Schmäh! Und der Bergdoktor, auch wenn es eine deutsche TV-Produktion ist. Oder etwa doch nicht? Obwohl Österreich sowohl von der Einwohnerzahl als auch von der Fläche nicht zu den großen Ländern Europas zählt, ist die Alpenrepublik ein Sehnsuchtsort, auf den so manche Klischees projiziert werden. Doch was ist wirklich typisch für Österreich? Dieser Frage sind wir im Trainingscamp unserer Störche im idyllischen Kaprun in den eigenen Reihen nachgegangen.

Faszinierende Berglandschaft im Salzburger Land

Einer, der weit herumgekommen ist in der (Fußball-)Welt, ist unser Sportchef Uwe Stöver, der in seiner aktiven Zeit legendären Alpen-Kickern wie Toni Polster und Andreas Herzog auf dem grünen Rasen gegenüber stehen durfte. „Die Österreicher, die ich kennenlernen durfte, besaßen eine überaus positive Grundeinstellung, waren lebensfroh und gut gelaunt“, berichtet Stöver von seinen Erfahrungen. Darüber hinaus bestätigt sich für Stöver dieser sympathische Eindruck auch im täglichen Miteinander mit unserem Mittelstürmer Benedikt Pichler.

Benni Pichler will mit seinen Störchen hoch hinaus

Abgesehen von der Fußballkunst der eben genannten „Ösi-Kicker“ kann sich Uwe Stöver aber auch für „das schöne Fleckchen Erde und die österreichische Küche erwärmen“. Dass Stöver ein Fan der im nicht weit entfernt gelegenen Ellmau gedrehten Seifenoper „Der Bergdoktor“ ist, wollte der 55-Jährige aber nicht bestätigen. Immerhin versprach er, auch angesichts der schönen und intensiven Tage in Kaprun, im Winter während der WM-Pause mal bei der neuen „Bergdoktor“-Staffel reinzuschauen, um die Eindrücke der Tage im Salzburger Land „etwas aufzufrischen“. Doch bis es so weit ist, möchte der ehemalige Bundesliga-Profi, der mit der Unterschrift von Fiete Arp seine Kaderplanungen „zu 99 Prozent abgeschlossen“ sieht, mit den Störchen für Furore sorgen: „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten sehen, was uns die Tage von Kaprun gebracht haben. Aber die momentane Stimmungslage und die Art, wie wir trotz der zuletzt zahlreichen Ausfälle gegen Teams wie den FC St. Pauli und Aserbaidschans Meister Qarabag FK agiert haben, stimmen mich optimistisch“, so Stöver.

Maskottchen Stolle besuchte das Haus des Bergdoktors in Ellmau

Nur über ein Kapitel mag Stöver im Zusammenhang mit Österreich nicht so gern sprechen, denn als 11-jähriger Junge erlebte der gebürtige Wuppertaler vor dem heimischen Fernseher die „Schmach von Cordoba mit“, in der am 21. Juni 1978 der amtierende Weltmeister Deutschland im argentinischen Cordoba gegen seinen Nachbarn Österreich mit 2:3 unterlag und sich von der WM verabschieden musste. „Das war damals sicherlich ein schwarzer Tag für den deutschen Fußball, zumal wir zwei Jahre zuvor ja schon das EM-Endspiel gegen Jugoslawien verloren haben“, erinnert sich Stöver nur zu gut – ohne weiter darüber sprechen zu wollen.

Das Wunder von Cordoba prägte die Identität Österreichs. Quelle: ÖFB

Was für Deutschland damals die „Schmach von Córdoba“ war, bleibt für Österreich auf immer und ewig das „Wunder von Cordoba“. So weiß es auch Holsteins österreichischer Stürmer Benni Pichler, dem die Heldensagen um den legendären 78er-Doppeltorschützen Hans Krankl bereits in die Wiege gelegt wurde: „Das prägte sicherlich unsere Fußball-Geschichte und macht uns irgendwie heute noch stolz. Aber natürlich müssen wir anerkennen, dass der Fußball in Deutschland ein oder zwei Stufen höher anzusiedeln ist“, weiß Pichler, der vor allem von der „Fußballbegeisterung und der Qualität“ (O-Ton Pichler) der 1. und 2. Bundesliga angetan ist.

Benni Pichler genießt das kühle Nass in seiner Heimat

Befragt man Pichler zum Wesen seiner Landsleute, kann er Stövers Eindruck nur bestätigen, fügt aber hinzu, „dass die Menschen in Kiel genau so offen sind wie die Österreicher“. Nur mit der Bürokratie im nördlichen Nachbarland mag sich „Benni“ nicht so wirklich anfreunden: „Da sind wir etwas lockerer – aber auch weniger ehrgeizig.“ Doch mangelnden Ehrgeiz kann man Benedikt Pichler mit Sicherheit nicht vorwerfen. Schon in der neuen Saison will er sich mit seinen Störchen in der Tabelle „ganz weit nach vorn“ schieben. Sein Landsmann Niklas Hoheneder könnte Pichler sicherlich davon berichten, wie es ist, mit der KSV Holstein ganz oben zu landen. 2017 feierte Hoheneder mit den Störchen den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie erfolgreich unsere Störche sind

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