KSV mit knapper Niederlage im Nordduell beim FC St. Pauli

KSV-Stürmer Janni Serra trifft mit diesem Schuss nur den linken Innenpfosten

Die KSV hat am Montagabend im Nordduell beim FC St. Pauli eine 1:2-Niederlage hinnehmen müssen. Im mit 29.456 Zuschauern ausverkauften Millerntor-Stadion brachte St. Paulis Neuzugang James Lawrence die Hausherren kurz nach der Pause in Front, die Christian Conteh ausbaute. Die Störche kamen anschließend trotz großen Aufwands nicht über den Anschlusstreffer von Makana Baku hinaus.

Die ganz in weiß gehüllten Störche näherten sich erstmals nach sechs Minuten zaghaft dem gegnerischen Gehäuse, als Startelf-Debütant Lion Lauberbach nach einer Flanke von Johannes van den Bergh den Ball nicht optimal per Kopf traf. Kurz darauf meldeten sich auch die Gastgeber im Spiel an – und wie: Nach Pass von Ryo Miyaichi kam Dimitrios Diamantakos frei vor dem Kieler Kasten zum Abschluss, doch Hauke Wahl blockte kurz vor der Torlinie für seinen geschlagenen Keeper Dominik Reimann (10.). Die Braun-Weißen hatten nun Blut geleckt – und spielten denselben Angriff quasi nochmal: Miyaichi tankte sich auf der rechten Seite durch und legte von der Grundlinie, wo dieses Mal Mats Moeller Daehli zum Abschluss kam. Doch wer stand dort? Richtig – KSV-Kapitän Wahl, der sich erneut in den Schuss warf (17.). Es dauerte ein wenig, bis sich die KSV wieder nach vorne arbeiten konnte. Jae Sung Lees abgefälschter Schuss landete im Rückraum bei Alexander Mühling, dessen Schlenzer jedoch kein Problem für FCSP-Schlussmann Robin Himmelmann darstellte (24.). Die Braun-Weißen entwickelten in der Folge mehr Offensivdruck, blieb in den Abschlüssen aber zu ungenau, sodass Reimann nicht eingreifen musste. KSV-Coach Andre Schubert musste bereits nach 27 Minuten wechseln und brachte Janni Serra für den angeschlagenen Philipp Sander, ehe es torlos in die Kabinen ging.

Holstein kam mit mehr Dampf aus der Halbzeit und erspielte sich durch den zur Pause für Lauberbach gekommenen David Atanga  die erste Möglichkeit des zweiten Durchgangs. Der Ghanaer dribbelte in den Strafraum und steckte auf Makana Baku durch, dessen Drehschuss aber deutlich am langen Pfosten vorbeitrudelte (48.). Stattdessen fiel das Tor auf der anderen Seite: Nach einem Freistoß kam James Lawrence vor dem Kieler Kasten mit dem Kopf an den Ball und drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie (50.). Euphorisiert vom Führungstreffer intensivierten die Kiezkicker ihre Offensivbemühungen, doch die Gäste hielten diesem Stand – und wären ihrerseits um ein Haar zum Ausgleich gekommen: Zunächst fischte Himmelmann einen Lee-Kopfball per Glanzparade aus dem linken Eck (58.), zwei Minuten später traf Serra aus 17 Metern den linken Innenpfosten. Die Hamburger überstanden jedoch die Kieler Druckphase schadlos und legten das zweite Tor per Konter nach, den Christian Conteh ins linke untere Eck verwandelte (66.). Der nun folgende Spielverlauf war vorgezeichnet: Holstein wollte den Anschlusstreffer, St. Pauli den nächsten Konter. Als die Kieler dann einmal eine Lücke im Hamburger Abwehrbeton fanden, scheiterte Atanga aus spitzem Winkel am mit dem Fuß parierenden Himmelmann (76.). Kurz darauf schlug der Ball dann doch im FCSP-Gehäuse ein: Baku zog von links nach innen und zirkelte den Ball von der Strafraumkante ins lange Eck (81.). St. Pauli blieb bei seiner Taktik, tiefzustehen und den Sieg über die Zeit zu bringen, während Holstein nun alles nach vorne warf. Dadurch kam Lee im Strafraum zum Abschluss, dessen abgefälschter Schuss Serra per Kopf um Zentimeter verpasste (88.). Die Kieler versuchten bis zum Schluss, den Ausgleich zu erzwingen, letztlich blieb es aber bei der knappen Niederlage.

Statistik

KSV: Reimann – Ignjovski, Neumann, Wahl, van den Bergh – Lauberbach (46. Atanga/85. Khelifi), Mühling, Sander (27. Serra), Baku – Özcan, Lee. Trainer: Schubert.

St. Pauli: Himmelmann – Kalla (46. Lankford), Lawrence, Buballa – Miyaichi, Becker (67. Hoffmann), Knoll, Penney, Möller Daehli – Diamantakos, Conteh (84. Sobota). Trainer: Luhukay.

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart) – Tore: 1:0 Lawrence (50.), 2:0 Conteh (66.), 2:1 Baku (81.) – Gelb-Rote Karte: Penney (90./Ball wegschlagen) – Zuschauer: 29546 (ausverkauft).

Stimmen zum Spiel:

KSV-Trainer Andre Schubert: Die Mannschaft mit den glücklicheren Momenten hat heute gewonnen. Wir sind mehr marschiert und haben wahnsinnig viel investiert. Die erste Halbzeit war ausgeglichen mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel zunächst besser in den Griff bekommen. Das Gegentor durch eine Standardsituation war bitter und hat St. Pauli in die Karten gespielt. Wir haben das Spiel weiter kontrolliert, hatten viele Chancen, aber haben das Tor nicht gemacht und bekommen stattdessen ein Gegentor nach einem Konter. Wir müssen weiterhin Gelegenheiten herausarbeiten und noch konsequenter diese auch verwerten. Ich kann den Jungs aber keinen Vorwurf machen. Sie haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht.

FCSP-Coach Jos Luhukay: Wir sind erleichtert, dass wir die ersten drei Punkte zuhause geholt haben. Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Nach der Pause sind wir durch einen Standard in Führung gegangen. Kiel war danach die bessere Mannschaft, hat viel Druck nach vorne entwickelt, aber wir haben das zweite Tor gemacht. Danach müssen wir das Spiel besser kontrollieren und mehr Ballbesitz kreieren, aber das ist uns nicht gelungen. Dennoch ist die Mannschaft an ihre Grenzen gegangen und hat sich am Ende belohnt.

KSV-Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth: Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es gab packende Zweikämpfe, die wir voll angenommen haben. In der zweiten Halbzeit waren wir die überlegene Mannschaft. Wir haben durch einen individuellen Fehler das erste und durch einen Konter das zweite Gegentor hinnehmen müssen, hatten aber genug Chancen, um den Ausgleich zu erzielen. Insofern können wir erhobenen Hauptes nach Hause fahren.

KSV-Präsident Steffen Schneekloth: Wir haben ein gutes Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit hätten wir zunächst in Führung gehen und später den Ausgleich erzielen können, aber es war stets ein Bein oder der Pfosten dazwischen. Wir haben eine gute Einstellung gezeigt und alles versucht, aber am Ende hat es leider nicht gereicht.

KSV-Kapitän Hauke Wahl: Wir waren in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft, hatten mehr Chancen und auch mehr Ballbesitz. Am Ende stehen wir aber mit leeren Händen da, was schon sehr weh tut.

Johannes van den Bergh zur Niederlage am Millerntor:

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