Holstein Kiel – Hertha BSC II 1:0 (1:0)

Regionalliga Nord (26. Spieltag)

Guscinas erzielt Tor des Tages

Die Störche sind weiter im Aufwind. Auch im dritten Spiel unter Peter Vollmann hatten die Kieler am Ende allen Grund zur Freude, denn der direkte Konkurrent im Abstiegskampf, Hertha BSC Berlin II, wurde vor den 3.186 Zuschauern im Holstein-Stadion mit 1:0 (1:0) in die Schranken gewiesen. Das Tor des Tages erzielte dabei per Foulelfmeter – Assani Lukimya hatte Martin Hauswald zu Fall gebracht – der Litauer Dmitrijus Guscinas. Damit konnte die KSV den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz 15, den derzeit der SV Wilhelmshaven belegt, auf vier Punkte vergrößern.

Große Überraschung zu Beginn der Partie, denn neben Routinier Stefan Schnoor musste auch Kapitän Andre Breitenreiter auf der unliebsamen Ersatzbank Platz nehmen. Stattdessen rückte Alexej Spasskov auf die rechte Mittelfeldseite und Inneverteidiger Sven Boy übernahm die Kapitänsbinde. Holstein legte munter los, hatte in der dritten Spielminute durch einen Hasse-Freistoß aus 17 Metern die erste Möglichkeit. Fünf Minuten später blieb Christian Jürgensens Flanke auf Guscinas in der vielbeinigen Berliner Abwehr hängen. Die Mannschaft von Peter Vollmann war weiter bemüht, doch genau wie in Bremen lief in der Anfangsphase der Partie noch nicht viel zusammen bei den Störchen. In der 22. Minute abermals Gefahr vor dem Hertha-Tor, aber Torwart Nico Pellatz konnte eine scharfe Hauswald-Hereingabe mit den Fingerspitzen vor dem gut postierten Guscinas klären, Jürgensen scheiterte im Nachsetzen. Die KSV weiter am Drücker. Der starke Martin Hauswald probierte es in der 26. Minute einfach mal aus 18 Metern, aber das Leder strich knapp über den Kasten hinweg. Holstein hatte sich in dieser Phase des Spiels in der Hälfte der Gäste festgesetzt und ließ der Heine-Elf keine Sekunde zum Verschnaufen. In der 32. Minute erneut eine gute Möglichkeit für Holstein. Pellatz konnte einen 20-m-Freistoß von Holger Hasse erst im Nachfassen unter Kontrolle bringen. Das Kieler Publikum stand nun lautstark hinter den Störchen und wurde in der 36. Spielminute endlich belohnt. Hauswald war im Berliner Strafraum vom Berliner Lukimya ungeschickt zu Fall gebracht worden und Schiedsrichter Marcel Bartsch zeigte sofort auf den ominösen Punkt. Und diese Gelegenheit ließ sich der ansonsten blasse Holstein-Stürmer Guscinas nicht nehmen. Sicher verwandelte er zur Kieler Führung und ließ sich von seinem Mitspielern und den Zuschauern gebührend feiern. Hertha hatte der KSV im ersten Durchgang absolut nichts entgegenzusetzen. Nicht eine einzige Torchance konnte sich die Heine-Elf in den ersten 45 Minuten erarbeiten. Völlig verdient gingen die Störche somit in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel zeigte sich Hertha etwas energischer, hatte nun auch Möglichkeiten. In der 51. Minute musste Boy bei einem Dejagah-Freistoß aus 15 m klären. Nach zehn Minuten der zweiten Hälfte übernahm Holstein wieder das Kommando. Erst verstolperte Hauswald (55.) nach gekonnter Vorarbeit von Thorsten Rohwer das Leder, dann scheiterte der inzwischen für Guscinas ins Spiel gekommene Sören Brandy (65.) mit seinem Volleyschuss aus 15 Metern nach Vorarbeit von Hauswald. Weitere vier Minuten später verpasste Hauswald aus der Drehung den zweiten Treffer der KSV. Die größte Chance der Kieler im zweiten Durchgang allerdings vergab der seit Wochen glücklose Pavel Dobry in der 77. Minute. Nach einem langen Ball von Heiko Petersen enteilte Dobry seinem Bewacher Robert Müller uns scheiterte völlig freistehend vor Hertha-Keeper Pellatz, der das Leder per Fußabwehr ins Aus lenkte. In der 87. Minute setzte Sören Brandy einen Kopfball im Anschluss an einen Hauswald-Freistoß knapp am Tor vorbei. Als die Partie eigentlich schon gelaufen war, da setzte Hertha noch einmal alles auf eine Karte. Zwei Minuten vor dem Ende gelang es dem aufgerückten Robert Müller nach Vorarbeit von Bilal Cubukcu jedoch nicht, das Leder aus zehn Metern im Gehäuse von Simon Henzler unterzubringen. Mit Glück und Geschick brachten die Störche das Ergebnis über die Zeit. Nach dem Abpfiff fiel den Spielern, Fans und Verantwortlichen der KSV Holstein ein riesiger Stein vom Herzen. (Patrick Nawe)

Holstein Kiel: Henzler – Boy, Hasse, Jürgensen – Spasskov (70. Petersen), Hummel, Rohwer – Hauswald, Bartels (87. Niedrig) – Dobry, Guscinas (61. Brandy)

Hertha BSC II: Pellatz – Schmidt, R. Müller, Wallschläger, C. Müller – Hube (74. Cubukcu), Lukimya, Covic (61. Schmiedebach), Traore – Dejagah, Ede (61. Kraus)

Tore: 1:0 Guscinas (34.) / FE

Schiedsrichter: Bartsch (Marnitz)

Zuschauer: 3186

Stimmen zum Spiel:

Peter Vollmann (Trainer KSV Holstein): Wir sind erneut schlecht in das Spiel hineingekommen. Ein ähnlicher Verlauf wie in Bremen vor einer Woche. In der zweiten Hälfte hätte Dobry das Spiel entscheiden müssen, da wir deshalb bis zum Ende zittern mussten. Ich freue mich aber sehr, dass mein Team für ihre gute Trainingsarbeit belohnt wurde.

Karsten Heine (Trainer HerthaII): Beide Mannschaften haben sich zu Beginn abgetastet. Der Elfmeter für Holstein war überflüssig. Da hätten meine Spieler erfahrener agieren müssen. In der zweiten Hälfte haben wir Druck auf das Kieler Tor ausgeübt, aber kein Glück gehabt. Aufgrund der guten Konterchancen der Gastgeber geht der Sieg für die KSV vollkommen in Ordnung.

Martin Hauswald (KSV Holstein): Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns, da wir Hertha in der Tabelle hinter uns gelassen haben. In der Halbzeitpause haben wir uns vorgenommen kein Tor mehr zu kassieren, das ist uns erfolgreich gelungen.

Christian Jürgensen (KSV Holstein): Am kommenden Wochenende sind die nächsten Berliner dran.

(sh)

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