Holstein U19 sorgt für Pokalsensation

DFB-Pokal 1. Runde: Holstein Kiel – Eintracht Frankfurt 7:6 n.E. (2:2)

Glanzleistung der Holstein Kiel U19 in der 1. Runde des DFB-Vereinspokals. Gegen den hochfavorisierten Bundesligisten Eintracht Frankfurt setzte sich die Gutzeit Elf im Elfmeterschießen mit 5:4 durch. Nach der regulären Spielzeit und einer 30-minütigen Verlängerung lautete der Spielstand 2:2.

Zum Mann des Tages avancierte vor 250 Zuschauern auf der Bezirkssportanlage Kiel-Projensdorf KSV-Keeper Daniel Jeromin, der im abschließenden Elfmeterschießen gegen die Frankfurter Björn Schnitzler und Christian Höfer zweimal die Oberhand behielt. Bereits in der 36. Spielminute hatte Jeromin einen Foulelfmeter von Yannick Stark abwehren können.

„Das war heute ein Sieg unseres eisernen Willens“, freute sich Trainer Gutzeit über den Paukenschlag seines Teams. Steffen Bruhn, der den letzten Elfmeter verwandelt hatte, frohlockte: „Den Schwung aus dieser Partie nehmen wir jetzt mit in die Saison. Wir wollen in die Bundesliga aufsteigen!“

Der Bundesligist aus Frankfurt zeigte zwar während der gesamten Spielzeit die reifere Spielanlage, hatte jedoch mit dem unbändigen Siegeswillen und dem Offensivgeist der Platzherren erhebliche Probleme. Die kalte Dusche für die Hessen erfolgte bereits nach sechs Minuten. Aus kurzer Distanz sorgte Steffen Bruhn für die Kieler Führung. Doch die Eintracht gab die passende Antwort und glich nur 60 Sekunden später durch einen Kopfball von Max Simon Fiege aus. Die Gäste besaßen in der Folgezeit durch Cenk Tosun (10./20.) und Yannick Stark (23.) beste Einschussmöglichkeiten, doch vielleicht waren es die Überheblichkeit des Bundesligisten und das Glück des Tüchtigen auf Seiten der Gutzeit-Elf, die die Jungstörche weiter im Spiel hielten. Und das Auslassen der sich bietenden Chancen sollte sich für die Elf von Trainer Oscar Corrochano rächen. Einen langen Ball von Mathias Wrzesinski setzte Raphael Gertz fünf Minuten vor der Pause aus elf Metern volley in die Maschen und ließ die KSV abermals jubeln.

Eintracht setzte nach der Pause alles auf eine Karte, drängte Holstein in die eigene Hälfte und kam in der 67. Minute zum erneuten Ausgleich. Eine lange Hereingabe von Björn Schnitzer drückte Eintracht-Goalgetter Marcos Alvarez aus kurzer Distanz am herauseilenden KSV-Keeper Jeromin vorbei ins Tor. Doch Holstein zeigte sich weiter aggressiv und ließ sich von dem Rückschlag nicht beirren. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit dann Glück für Holstein. Ein Schuss von Stefano Cincotta klatschte an die Kieler Torlatte (87.). Selbst der an diesem Tag herausragende Jeromin wäre in dieser Szene machtlos gewesen.

So ging es in die Verlängerung und hier erwiesen sich die Platzherren als konditionell stärker und mental robuster. Eintracht sah sich immer wieder den wütenden Angriffen der KSV gegenüber. Kurz vor dem Ende der Verlängerung hatte der Bundesligist viel Dusel, dass Schiedsrichter Steffen Hösel nach einem Foul von Marco Vollhardt an Olaf Raniewicz nicht auf Strafstoß entschied.

So mussten die begeisterten Zuschauer auf die Entscheidung bis zum Elfmeterschießen warten und dort sicherte sich der Regionalligist nach dem entscheidenden Schuss von Steffen Bruhn einen Erfolg, den man ohne Zweifel als faustdicke Pokalsensation bezeichnen darf. Man kann nur den Hut ziehen vor der herausragenden Leistung der Holstein A-Junioren.

Eintracht-Coach Oscar Corrochano zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht, aber auch als fairer Verlierer: „Das war ein typisches Pokalspiel und die Kieler sind über sich hinausgewachsen. Wir sind selbst Schuld, denn wir haben unsere Chancen nicht genutzt,“ (Patrick Nawe)

Holstein Kiel – Eintracht Frankfurt 7:6 n.E. (2:2)

Holstein Kiel: Jeromin – Wrzesinski (46. Meyer), Jakubowski, Gutzeit, Klotz (46. Kennedy) – Waschewski, Henke, Bruhn, Gertz (64. Melfsen) – Duggen (84. Kurtaj), Raniewicz

Eintracht Frankfurt: Stolz – Wedemeyer (113. Hilser), Höfer, Vollhardt, Reinhard – Fiege, Pokar, Stark (64. Alikhil), Cincotta – Tosun (64. Schnitzer), Alvarez

Tore: 1:0 Bruhn (6.), 1:1 Fiege (7.), 2:1 Gertz (40.), 2:2 Alvarez (67.)

Elfmeterschießen: 0:1 Pokar, 1:1 Gutzeit, 1:2 Alvarez, 2:2 Meyer, 2:3 Alikhil, 3:3 Melfsen, Jeromin pariert gegen Schnitzer, Stolz pariert gegen Kurtaj, 3:4 Vollhardt, 4:4 Henke, Jeromin pariert gegen Höfer, 5:4 Bruhn.

Schiedsrichter: Hösel

Zuschauer: 250

Foto: Völlig losgelöst bejubelt U19-Keeper Daniel Jeromin die Pokalsensation der Kieler Störche. Weitere Fotos im Bildarchiv online!

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